Die Vorgeschichte

Über Jahre hinweg habe ich mir eine umfangreiche Filmsammlung aufgebaut und diese dann entweder am PC oder auf meinem kleinen 50cm Fernseher angeschaut. Langsam aber sicher wurde ich so zu einem Filmliebhaber, der sich gerne mal in aller Ruhe einen guten alten Klassiker ansieht.

Irgendwann Mitte Juli 2002 wurde dann bei NORMA ein aktives 5.1 Surroundystem angeboten, das ich mir dann auch gleich zugelegt habe. Eigentlich habe ich von dem System nicht viel erwartet (was will man für 129 EUR auch schon viel erwarten?), aber ich hoffte zumindest, dass es besser wäre, als meine PC Lautsprecher oder die Boxen vom Fernseher. Aber was soll ich sagen? Ich war von der 1. Sekunde an dermassen überrascht und begeistert, dass ich diesen Kauf nicht bereut habe - aber irgendwas fehlte doch noch zum perfekten Home Cinema Genuss.

 

Ein Beamer muss her, aber schnell!

Ein paar Wochen später habe ich dann spontan (aus einer Bierlaune heraus) den Entschluss gefasst, mir einen Beamer zu kaufen. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen, meine Filme auf dieser kleinen Flimmerkiste anzuschauen. Der Sound war durch das 5.1 System viel zu gut im Verhältnis zu diesem kleinen Bild.

Einen neuen Beamer konnte ich mir als Student sowieso nicht leisten, also musste ein gebrauchtes Gerät her. Und wo schaut man als erfahrener Internetuser zuerst, wenn man was Gebrauchtes sucht? Richtig, man schaut bei eBay vorbei und checkt die Lage am Gebrauchtbeamermarkt. Leider platzten meine Träume von einem billigen Beamer wie eine Seifenblase. Selbst 5 Jahre alte Geräte gingen noch für über 1500 EUR über den eBay -Tisch. Dann habe ich auch noch erfahren, dass eine Ersatzlampe für einen Beamer um die 500 EUR kostet und eine Lebensdauer von nur 750-1000 Stunden hat. Damit war ich dann erst mal völlig am Boden zerstört und war schon kurz davor, die Beameraktion zu vergessen.

 

Do It Yourself = Billiger geht's nicht

Aber irgendwie wollte ich es nicht wahrhaben und begann im Internet nach einer anderen Quelle für einen billigen Beamer zu suchen. Dabei stolperte ich durch Zufall über eine Seite für DIY-Projectors = Do It Yourself-Beamer (siehe den Link Bereich auf meiner Homepage).

Ich weiss, das hört sich absolut verrückt bzw. kompliziert an, mir ging es damals nicht anders. Aber alles was man dazu benötigt, ist ein Overheadprojektor (je heller desto besser) und ein Overhead-Daten-/Videodisplay (mit Aktivmatrix TFT Display und schnellen Umschaltzeiten). Aber dazu dann mehr unter "Bauanleitung" auf meiner Homepage.

Ich habe die ganzen Informationen und Bilder auf den verschiedenen englischsprachigen Seiten und Foren nur so verschlungen, da sie alle unabhängig voneinander behaupteten, für einen Bruchteil des Betrages, was ein gebrauchter Beamer kostet, ein ebenbürtiges Gerät mit nur wenigen Handgriffen zu bekommen.

Also wieder zurück zu eBay, einen OHP und ein LCD Display ersteigert. Gewartet, bis alles da war, OHP schnell aufs Bett gestellt, Datendisplay auf den OHP gelegt, alles verkabelt, eingeschalten und WWWWOOOOOWWWW. Das Ergebnis hätte ich für den Preis nie für möglich gehalten. Für unter 500EUR hatte ich jetzt eine Kinoleinwand von fast 3 Metern Breite mit kräftigen Farben und absolut flüssigen Bewegungen (und es wäre mit Sicherheit noch um vieles kräftiger und schöner, wenn ich es nicht einfach nur auf meine vergilbte Raufasertapete projezieren würde ;-).

 

Testen und vergleichen

Nachdem ich von der Qualität mehr als begeistert war, wollte ich unbedingt wissen, wie sich meine Lösung im Vergleich mit Beamern der neueren Generation schlägt. Also das Display in die Tasche gepackt, einen Film auf den Laptop kopiert und ab damit zur UNI. Dort habe ich dann in den verschiedenen Räumen mit Beamern meinen Laptop angeschlossen und "probegeschaut". Anschliessend immer gleich das Display mit dem OHP in dem Raum betrieben und die Qualität verglichen. Das Ergebnis war, dass sich das Display auf einem hellen OHP (Gerät sollte über 4000 Lumen haben, wenn man den Raum nicht 100%ig abdunkeln kann) hinter keinem Beamer zu verstecken braucht. Vor allem nicht, wenn man es in Relation zu den 8000EUR Beamern der UNI betrachtet.

 

Fazit

Es gibt wohl keine günstigere Möglichkeit, an einen LCD Beamer zu kommen, als ihn sich selbst zu bauen. Ein heutiger LCD Beamer arbeitet ja eigentlich nach exakt demselben Prinzip wie ein OHP mit LCD Aufsatz:
In der LCD Matrix werden je nach angelegter Spannung die Kristalle durchlässig oder undurchlässig geschaltet. Hinter der LCD Matrix ist eine sehr helle Lichtquelle. Vor der LCD Matrix ist eine Optik zum Schärfeausgleich.